Die Krise als Chance - Eine Einladung zum Reifen - Buch Andy Lang

Staunen statt Rennen – Kurzversion des sechsten Kapitels aus „Die Krise als Chance“ von Andy Lang

Wenn wir uns langsam bewegen, werden wir achtsam sein. Und dann sehen wir so viele große und kleine Dinge, über die wir uns freuen können und die wir mit großer Geschwindigkeit übersehen würden.

Schnelligkeit und Effizienz sind Grundlagen unseres Wohlstandes. Aber auch Quellen unseres Stresses und unserer selbstgemachten Hyperansprüche.

Wir haben das in der Coronazeit am eigenen Leib gespürt: erst sind wir voll ausgebremst worden bei all unseren Plänen und Vorhaben – ich musste fast 20 Konzerte absagen! Aber dann hat sich eine neue Wirklichkeitswahrnehmung eingestellt: Das, was wir wohl noch tun konnten, konnten wir nun in aller Ruhe tun – und mit Hingabe, weil einfach nicht mehr so viel zu erledigen war wie sonst.

Ein befreundetes Paar sagte mir: „Andy, wir haben eine wundervolle Zeit miteinander: gute Gespräche, Zeit füreinander, wir wechseln uns ab mit Kochen und überlegen uns jeden Tag für einander eine kleine Überraschung. So gut miteinander hatten wir es schon lange nicht mehr!“

Das macht mir Mut. Ich sehe, wie Menschen kreativ mit der Krise umgehen und anstelle zu jammern und über Verlorenes zu trauern entdecken sie das Potential, das in der Langsamkeit steckt.

Deswegen möchte ich mich – auch nach Corona- hinbewegen zu einer Balance zwischen Achtsamkeit und Effizienz. In den letzten Jahren fand unser Leben mehrheitlich auf der Überholspur statt. Es ist Zeit für den Seitenstreifen. Nicht für immer, aber gern für eine Weile. Damit wir uns wiederfinden, zu uns kommen, heilen können. Und damit wir das Leben in Fülle haben können: mit Bewusstsein, Dankbarkeit und tiefer Freude! So ermutigt uns Ulrich Schaffer in seinem Text über Wunder:

Wunder

Wenn wir bewusst leben, werden Wunder sichtbar und fassbar sein. Geheimnisvoll ist die Struktur der Welt.Wir sind umgeben von Unerklärlichemund sind selbst Wunder. Auch nur einen von uns zu zerstören ist ein Sakrileg.

Wir haben soviel darauf verwandt,realistisch und geerdet zu sein, unsere Begeisterung zu zügeln und unsere Träume zu vergessen, dass wir dabei den Sinn für das Wunderbare verloren haben, das in jede Faser der Welt hineingewebt worden ist,auf jede vorstellbare und unvorstellbare Art.

Wir gehen auf Zeiten zu,in denen unsere Augen mehr und mehr geöffnet werden,und wir werden nicht nur mit unserer Horn- und Netzhaut sehen, sondern mit unserem Herzen, dem einzigen Organ, das die Welt so sieht, wie sie ist, unverzerrt.

Dann wird das Unmögliche alltäglich sein, Wunder werden aus unserer Liebe hervorgehen, und wir werden unserer Hoffnung und unserem Glauben mehr trauenals den Schlagzeilen, erfüllt von Katastrophen und Unglück. Wohlwollend werden wir über das lachen, was wir früher als vernünftig ansahen.Wir werden ins Licht gehen,und tiefer und umfassender als je zuvorsichtbar füreinander werden.

Und so wie die Welt ein Geheimnis ist, so sind Gedanken Energie, Glauben ist Sehen,und Ahnen ist Wissen.

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