Einakter eines Treffens mit Prolog und Epilog

Rückblick auf das Treffen mit Kunstminister Bernd Sibler in München

von Andy Lang

Prolog

Dienstag, 22 Februar:

Ich bin so berührt von den vielen wertschätzenden Kommentaren zu meinem offenen Brief an Kunstminister Bernd Sibler, die viele von euch geschrieben haben. Einige davon grenzen an Liebeserklärungen an die Kultur im Allgemeinen und die Konzertscheune im Besonderen. Ich fühle mich all den Kommentierenden und Unterschreibenden des Anliegens verpflichtet zu berichten, wie das Gespräch mit dem Herrn Minister gelaufen ist. Essayistisch – selbstironisch blicke ich zurück.

Ebenfalls ironisch: Heute wurde Herr Sibler als Kunstminister mitten in der Legislaturperiode abberufen. Er habe sich während der Pandemie zu wenig für die Kultur eingesetzt heißt es. Außerdem kursierten Bilder einer Garten Party im 2. Lockdown. Herr Sibler wurde kurz nach mir 50. Ich hatte natürlich viele Leute eingeladen – und dann wieder ausgeladen.

Fazit: Wir haben miteinander gesprochen und wir haben versucht, einander zu verstehen. In Teilen ist uns das gelungen.

Dienstag, 8. Februar 2022 – die Landeshauptstadt zeigt sich unter einem strahlenden weiß blauen Himmel. Nach Tagen von Nebel im Fichtelgebirge zugegeben (aber nur ungern) eine Wohltat. Eine Brise Snobismus liegt in der Luft, ein Hauch von Frühling auch. Ich halte mich an den Frühling und muss schmunzeln, als ein Jogger bei 8 Grad in kurzer Hose an mir vorbeihastet.

Die Menschen erscheinen hier alle so wichtig. Straight auf ihrem Weg unterwegs, sonnenbebrillt, stylisch angezogen, in der Regel hübsch und schlank- gerade eben hab ich im Radio noch den REM Hit shiny happy people gehört, nun bin ich mitten drin und sehe sie: in ständiger Kommunikation mit ihren mobilen Endgeräten. Natürlich ist das ein Zerrbild. Bestimmt sind es ganz wundervolle Menschen, und sie können ja nichts dafür, dass sie hier in München sind. Ich kann München nicht leiden.

Vermutlich liegt das daran, dass ich schon seit über eine Dekade hier kein Konzert mehr gegeben habe. Keine alte Sau interessiert sich für mich. Es ist schon tragisch, ein eitler Künstler zu sein.

Keine alte Sau? Moment, ich hab ja gleich ein very important date mit einem bayrischen Staatsminister: Kunst – und Wissenschaftsminister Bernd Sibler hat geladen, auf meinen offenen Brief vom Dezember 2021 hin. Ich hatte darin die Unmöglichkeit beschrieben, unter aktuellen Pandemiebestimmungen und in einem Wirrwald von mäandernden Regularien Kulturveranstaltungen so zu planen, dass sie auch stattfinden können.

Deswegen befinde ich mich jetzt gerade selbst in einem Sabbatical und meine Konzertscheune in Gefrees ist bis auf Weiteres geschlossen. Mir wurscht, Kultur ist ja sowieso Luxus, leicht zu streichen, wenn es drauf ankommt.

Viele Menschen sehen das allerdings anders. Auf meinen offenen Brief haben knapp 500 Leute reagiert, etliche haben bewegende Kommentare geschrieben.

„Kultur ist regional identitätsstiftend und leistet einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft“ sagt unser Landrat Florian Wiedemann. „Kultur in ihren verschiedensten Formen – und die Menschen, die sich aktiv dafür einsetzen – leisten einen bedeutenden Beitrag zum fröhlichen, verständnisvollen und bunten Zusammenleben aller Menschen!“ weiß mein Bürgermeister Oliver Dietel. Andrea Hausmann, Psychotherapeutin von Beruf, meint sogar: „Musik und Kultur sind unbedingt notwendig für die psychische Gesundheit des Menschen. Musik und soziales Miteinander sind nebenwirkungsfreies Antidepressivum, und davon brauchen wir gerade in diesen Zeiten alle eine gute, kontinuierliche Dosis“, und Dana Dinkelmeyer setzt kulturbegeistert sogar noch eins drauf: „Geist und Seele können bei Euch Kulturschaffenden Nahrung finden. Sei es mit erlebter purer Freude, nachdenklichen Gedanken, Versöhnungsgedanken… mitfreuen, mitfühlen, mitschwingen, miterleben. Ihr helft uns damit sogar, körperlich gesund zu bleiben.“

Ich freue mich über diese und die vielen anderen Kommentare, weil sie genau das transportieren, was viele von uns Künstlern aus politisch berufenem und gewähltem Munde so schmerzlich vermissen: Wertschätzung, Freude über unsere Kreativität und Anteilnahme mit der unverschuldet prekären Situation von KünstlerInnen und Kulturstätten. Ein Musikerkollege – es ist Johannes Schäfer – bringt es auf den Punkt: „Als Künstler wurde und wird mir durch die Maßnahmen das Gefühl vermittelt, wertlos für die Gesellschaft zu sein. Viele Maßnahmen haben für mich keinen erkennbaren Nutzen, doch erschreckende tiefgreifende negative und langfristige Auswirkungen auf die kulturellen Tätigkeiten, die für mich (und viele andere) das Leben lebenswert machen.“

Ich werde gleich dem Herrn Minister begegnen. Aber ich werde dabei einen anderen Standpunkt als Johannes einnehmen. Ich werde nicht als Bittsteller auftreten, denn aus einer Position der Schwäche heraus erreicht man nichts. Ich werde vielmehr meine Hilfe anbieten. Meine Wahrnehmung als ehrenamtlicher Kulturveranstalter, als auftretender Künstler und als aktiver Seelsorger befähigt mich, multiperspektivisch auf das aktuelle Problem der Kultur zu blicken. Außerdem habe ich mit so vielen Betroffenen gesprochen: mit Künstlern, Kulturveranstaltern und Kulturgenießern und ich habe den Gesamteindruck: Das Faß ist voll!

Ich könnte beschreiben, wo es hängt, warum Hilfen nicht ankommen und dass jenseits von monetären Zuwendungen v.a. eines nun Not tut: Jetzt, nicht erst irgendwann: die öffentliche Wahrnehmung und das Wissen darum, dass Kultur uns zu den höchsten Potentialen unseres Menschseins führen kann – und zwar nicht nur als Individuen in einer sowieso individualistischen Gesellschaft, sondern als zoon politicon – als Mensch mit Gemeinschaftssinn.

Ist er es nicht, der uns so krass abhanden gekommen ist? Das Mitgefühl, die Fähigkeit, uns in die Lage des anderen zu versetzen! Kunst und Kultur helfen genau dazu: Perspektivenwechsel, Horizontverschiebung, Weite im Blick und im Herzen.

Der Cappucino ist getrunken, ich bezahle und gehe zum Herrn Minister. Bis später. Aber Moment noch, mit welcher Erwartung gehe ich eigentlich dorthin?

Ich wünsche mir, dass Herr Sibler gut zuhören kann. Dass er die Verwerfungen wahrnimmt, die die Maßnahmen gegen die Pandemie im Kulturbereich gezeitigt haben. Dass er vielleicht versteht, warum Künstler kurz vor dem Aufgeben sind oder bereits aufgegeben haben und warum sich Kulturvereine im freien Fall bewegen. Klar, niemand im Kunstministerium oder im Maximilianeum hat die Pandemie bestellt. Und niemand – weder dort noch irgendwo sonst hat einen Zauberstab, um das ganze zu beenden. Aber unsere gewählten Volksvertreter setzen die Rahmenbedingungen, in denen gesellschaftliches Leben – und dazu gehört auch Kultur – in Pandemiezeiten stattfindet. Oder eben ausfällt.

Wir drei – das sind Günther Seibel von der Frankenpost und Gudrun Brendel Fischer, unsere Bayreuther Landtagsabgeordnete, die das Treffen arrangiert hat, werden freundlich von zwei sehr netten Mitarbeiterinnen des Ministers empfangen. Frau John und Frau Zimmer. Sie sind gut im Bilde, so mein Eindruck. Frau John ist Kulmbacherin, die Oberfranken sind in der Überzahl – und das in München!

Der Herr Minister kommt und begrüßt uns freundlich. Ich bitte um eine ungewöhnliche Gesprächseröffnung und sie wird gewährt: Ich singe den ersten Vers von Leonhard Cohens Halleluja. Freilich geht es mir v.a. um den Refrain, also das Halleluja, das „Lobt Gott, sagt Danke“ als Inauguration eines Gesprächsspirits, den ich via song beschwören will: konstruktiv und kritisch nach vorne zu sehen. Beim Singen des ersten Verses fällt mir die Textzeile auf “you don´t really care for music, do yah?“ – Oje, das hatte ich echt nicht geplant, aber uff, ich denke es ist niemanden sonst aufgefallen.

Gut, etwas lockere Atmosphäre ist geglückt.

Ich frage Herrn Sibler, ob er Gelegenheit hatte, einige Kommentare zum offenen Brief wahrzunehmen. Ich selber war ja überwältigt, wie viele es waren und in welch sachlichem und konstruktiven Ton sie vorgetragen wurden: Von Ärzten und Therapeuten, von Politikern und Künstlern, von anderen Kulturraumeröffnern und BesucherInnen. Viele von Ihnen kenne ich persönlich und ich war schon immer davon überzeugt, dass es v.a. der Resonanzraum ist, der bei einer inspirierenden Kulturveranstaltung zwischen den Menschen auf und vor der Bühne entsteht, der wirklich veränderndes Potential hat.

Um es zu vereinfachen, hatte ich wesentliche Kurzzitate aus einigen Kommentaren zusammengefasst, weil ich von keinem Minister erwarten kann, 160 Kommentare zu lesen. Charmant und diplomatisch sagt der Minister auf meine Nachfrage, ob er etwas von den Kommentaren gelesen habe: „Jetzt, wo wir zusammen sind, erzählen Sie mir doch davon.“ Also Nein.

Sicher mache ich einen Fehler, indem ich zunächst unseren Altlandrat Dr. Klaus Günther Dietel zitiere, dessen Kommentar mich besonders bewegte, weil ich ihm a. gänzlich zustimme und er b. aus berufendem Munde kommt: „Die Wechselhaftigkeit und teilweise Unüberlegtheit, logische Brüche und verschiedene Ungleichbehandlungen gleich zu behandelter Sachverhalte schaffen kein Vertrauen in die Politik.“ Das ist mein eigentliches Thema: Wie kann Vertrauen wieder hergestellt werden, wie kann Versöhnung geschehen, wie können die Wunden heilen?

Ich merke, wie bei Herrn Sibler gerade dieses Zitat nicht gut ankommt. Die Gesprächsatmosphäre verdüstert sich. Der Minister sagt: „Sie können sich vorstellen, dass solche statements mich nicht erfreuen“ und erzählt von shitstorms, von schlaflosen Nächten und von eigener Verletztheit. Der Seelsorger in mir springt an, wird aber vom Kulturbotschafter in Schach gehalten.

Ich reagiere: „Genau darum geht es, um Verletztheit, um bedrohte Existenzen, um drohenden Verlust.“

Er nimmt den Faden auf und spricht immerhin von der verwundeten community der „Freien“ –also all jener Kulturschaffenden, die nicht in einem ordentlichen Arbeitsverhältnis eines öffentlichen Theaters oder Opernhauses stehen oder eben als Privatinitiative Kulturräume ermöglichen. Wir sind uns einig, dass genau in diese community hinein ein Zeichen der Versöhnung gehen muss – hoffe ich. Wie dieses Zeichen aussehen kann, darüber kann man sich dann wieder trefflich auseinandersetzen. Herr Sibler ist stolz auf die gestern erst lancierten und heute vom Kabinett beschlossenen 75 % Kapazität, die bereits ab morgen gelten.

Zusammengefasst: Dezember 25 %, Januar (zweite Hälfte) 50 %, Februar 75 %. „Der Trend ist doch eindeutig“ begeistert sich Herr Sibler. Bei mir löst das ein inneres Achselzucken aus. 75% jetzt ist prima, aber 25 % im Dezember war eine unnötige Zumutung und ein bayrischer Sonderweg. Weder verhältnismäßig noch nachvollziehbar. Das ist nicht meine Privatmeinung, das sagt jeder, mit dem ich rede.

Ich erzähle von der kuriosen Situation auf der Burg Rabenstein am 1. Advent: Im Jagdzimmer wird ein Wildschweinbuffet kredenzt, dazu braucht man einen 2 G Nachweis, aber keine Maske (klar, man muss ja dem Wildschwein zu Leibe rücken können) und keinen Abstand. Wer nach der erfolgreichen Vernichtung des Schwarzkittels zu mir in den Renaissancesaal zum Konzert kommen will, braucht 2 G +, eine Maske und einen 1,5 Meter Abstand zum nächsten Besucher. Herr Sibler weist etwas verschmitzt darauf hin, dass ein Auftritt als Hintergrundmusik es unkomplizierter gemacht hätte. Nur: Ich bin kein Hintergrundmusiker. Die Menschen kommen zu einem konzertanten Ereignis und zahlen dafür einen Eintritt. Schummeln ist nicht mein Ding. Wurde mir das gerade nahegelegt?

Auf meine und die aller Künstler Frage, warum Gastwirtschaft besser gestellt wird als Kulturwirtschaft, gibt der Minister eine erstaunlich offene Antwort: Die Gastronomie hat eine stärkere Lobby! Ergo: Wir sind selbst schuld! Wir sind selbst schuld, weil wir als Künstler und freie Kulturschaffende ach so individuell sind und es einfach nicht ordentlich hinbekommen, uns standesgemäß zu vernetzen und zu vertreten. Immerhin soll ein Kulturbeirat gegründet werden. Mit Stimmen von echten Kulturschaffenden.

Ich lerne viel aus diesem Gespräch. Zum Beispiel, dass die 25 % Regelung gut war für die öffentlichen Häuser. Klar, wenn die Einnahmen aus Ticketverkauf sowieso nur 20 % des Etats ausmachen, kann man ja auch recht cool auf 75 % dieser 20 % verzichten – zumal eine 100% Belegung auch außerhalb der Pandemie selten Realität ist. Also sind es am Ende nur vielleicht 60 % der 20 %, die fehlen.

Ich freue mich für die öffentlichen Häuser und meine liebe Freundin, Intendantin einer wundervollen kommunalen Bühne, die viel vom Kunstminister hält: „Er hat unsere Spielsaison gerettet!“. Ich möchte es ihr gerne glauben.

Nur: in diese komfortable Situation kommen eben nicht die privaten und ehrenamtlichen Initiativen. Unser Gefreeser Kulturverein Omnibus (Günther und ich sind Gründungsmitglieder) will sich vielleicht auflösen. Herr Sibler ist entsetzt: „Das wäre doch Wahnsinn, jetzt wo alles besser wird!“

Ich denke mir: Wahnsinn war, dass alles so lange echt Scheisse war. Als mündiger Bürger trage ich gern die Lasten mit, die eine Pandemie uns allen auferlegt. Aber eben nur im Rahmen meiner Belastbarkeit. In meinem Fall ist die aufgrund verschiedener Faktoren sehr groß. Aber auch mir ging es Ende 21 zu weit mit der ungleichen Belastung der Pandemieauflagen und ich war froh, als ich am 9. Dezember meine Konzertscheune bis auf Weiteres zusperren konnte, ohne dass sich jemand bei mir infiziert hatte und sogar ohne dass ich ein Bußgeld von 5000 € zahlen musste, weil jemand vielleicht seinen Stuhl verschoben hatte und somit der Abstand nicht mehr passte. So lange diese Regeln in Kraft bleiben, bleibt mein Haus zu! Das offizielle Rahmenkonzept für Kulturveranstaltungen besteht aus 8 Seiten in Schriftgröße 12 in Beamtendeutsch darauf habe ich keine Lust mehr.

Der Minister sagt dazu: „Ich bin enttäuscht. Planen Sie! Öffnen Sie wieder!“ Ich kann seine Enttäuschung leider nicht nachvollziehen. Dazu bin ich viel zu beschäftigt: nicht nur mit meiner eigenen Enttäuschung, zu wenig wahrgenommen zu sein, sondern mit der von vielen gleichgesinnten Kollegen. Sorry, das ist Rezeptionsästhetik: Also die Wahrnehmung der Wahrnehmung. Oder wie es im pädagogischen Kontext heißt (und den versteht Herr Sibler als gelernter Pädagoge ja): Störungen haben Vorrang.

Ich würde diesen Rückblick so gerne hoffnungsvoll beenden. Und ja, da war was. Herr Sibler sagt: „Der Sommer wird gut!“ Irgendwo hab ich das schon mal gehört! Ach, das war doch der Partyhit im zweiten Pandemiefrühling. „Der Sommer wird gut!“ – Es war eine Kabarettnummer der genialen Stand up Comedian Carolin Kebekus. Als special guest dabei: Karl Lauterbach!

Epilog

9. Februar, immer noch München, immer noch strahlend blauer Himmel. Im Garten meiner Freundin blüht ein erster Zweig, es ist für mich Wintermenschen aus dem Fichtelgebirge ein Wunder, vielleicht mag ich München doch. Ich denke an das Lied von Schalom ben Chorin:

„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht in Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?“

Unsere Liebe: Zueinander, zum Kreativen Schaffen, zur Kultur im Ganzen und zur Kunst im Konkreten wird bleiben, ja vielleicht wird sie sogar noch stärker durch die Widerstände der Pandemie hindurch. Wir sind ja keine Opfer, sondern Täter: der guten Sache, des Beaux Artes! Aus dieser Position der Stärke heraus dürfen wir empfinden, handeln und gestalten. Dass es nicht leicht ist und wir dazu viel Frustrationstoleranz brauchen, wissen wir seit langem. Und besonders seit dem 8 Februar!

Wenn am 20. März die meisten Anti Covid Maßnahmen aufgehoben werden sollen, ist Corona noch nicht aus der Welt. Die Verletzungen sind noch nicht geheilt, die Wunden eitern noch. Kultur hat eine heilende und versöhnende Kraft. Aber sie ist kein billiges Pflaster und muss den Finger in die Wunde legen.

Ich hoffe, dass der neue Kunstminister Markus Blume – immerhin ein Intellektueller und kunstbegeisterter Mensch – das auch so sieht. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sagt der Mandelzweig.

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